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Depolarisierung als Klimakompetenz: Gemeinsam Zukunftsbilder gestalten

people doubt or worry

Viele Menschen wirken der Klimakrise gegenüber gleichgültig. Doch oft steckt dahinter weniger Desinteresse als vielmehr Überforderung, Orientierungslosigkeit, das Gefühl, nichts bewirken zu können und mitunter auch Angst vor der Zukunft.

In Zeiten von Polykrisen, vermeintlicher gesellschaftlicher Polarisierung und digitalem Dauerrauschen fällt es schwer, handlungsfähig zu bleiben. Gleichzeitig zeigen Forschung und Praxis (hier, hier und hier): Wir sind weniger gespalten, als es oft scheint.

Weil Verbundenheit und gemeinsame Stärke gerade jetzt besonders wichtig sind, widmet sich unser neuer Workshop genau diesen Fragen.

Weg von der Verwirrung, hin zur Handlungsfähigkeit!

In den letzten Wochen gab es breiten Konsens darüber, dass die Klimakrise zu Hitze und Dürre führt. Doch anstatt das daraus stärkende Verbundenheit und Veränderungsbereitschaft entstehen, ist die öffentliche Debatte häufig von Krisenrhetorik, Erschöpfung und Polarisierung geprägt.

Hinter einer Haltung, die auf den ersten Blick wie Gleichgültigkeit wirkt, stehen aber häufig Unsicherheit, Informationsbedarf, der Wunsch nach Orientierung sowie das Bedürfnis nach Beziehung und Wirksamkeit[MD7.1] (mehr Infos hier, hier und hier).

Genau hier setzen wir mit unserem neuen Workshop an: wir nehmen diese „ungleichgültige Gleichgültigkeit“ ernst und fragen nach, wie aus (vermeintlicher) Polarisierung wieder demokratische Handlungsfähigkeit entstehen kann.

dispute at society

Polarisierung kritisch denken

Polarisierung ist demokratiepolitisch besonders dann gefährlich, wenn handlungsfähige Mehrheiten gebraucht werden. Die Klimawende erfordert tiefgreifende Veränderungen in Energie, Mobilität, Gebäuden, Landwirtschaft und Konsum. Damit diese Transformation gelingen kann, müssen wir als Gesellschaften gemeinsam Prioritäten setzen, unterschiedliche Interessen berücksichtigen und Zielkonflikte aushandeln.

Wenn Debatten jedoch zunehmend von Lagerdenken, Emotionalisierung und Misstrauen geprägt sind, wird genau diese Fähigkeit zur gemeinsamen Gestaltung geschwächt. Menschen ziehen sich eher zurück, trauen anderen weniger zu und verlieren das Gefühl, gemeinsam etwas bewegen zu können.

Gleichzeitig deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass der Grad der Polarisierung häufig überschätzt wird. Hinter laut ausgetragenen Konflikten gibt es mehr gemeinsame Werte, Anliegen und Zukunftswünsche, als auf den ersten Blick sichtbar sind. Das bedeutet nicht, dass wir Unterschiede oder reale Konflikte kleinreden sollten. Es bedeutet aber, dass wir genauer hinschauen müssen: Worin unterscheiden wir uns tatsächlich? Und wo teilen wir bereits wichtige Grundlagen?

people together support each other

Selbstwirksamkeit und realistische Zukunftsbilder

Was hilft uns, um aus Ohnmacht wieder ins Handeln zu kommen? Für uns bei Hallo Klima! sind zwei Dinge besonders wichtig: Selbstwirksamkeit und realistische Zukunftsbilder.

Selbstwirksamkeit heißt für uns, dass Menschen erleben, dass ihr Handeln etwas bewirken kann. Wenn wir das Gefühl haben, der Lage ohnehin ausgeliefert zu sein, ziehen wir uns zurück. Wir denken: „Was ich auch tue, es ändert eh nichts.“ Wenn wir hingegen erfahren, dass unser Beitrag zählt – im eigenen Umfeld, in der Gemeinde, im Beruf –, wächst die Bereitschaft, sich einzubringen.

Aber Selbstwirksamkeit allein reicht nicht. Sie braucht eine Perspektive: realistische Zukunftsbilder, die auch Zielkonflikte, Verluste und Reibungsflächen ernst nehmen.

Die Klimawende wird nicht nur Gewinner:innen hervorbringen. Sie wird auch Arbeitsplätze, Routinen und Geschäftsmodelle infrage stellen. Zielkonflikte entstehen etwa zwischen Energieausbau und Naturschutz, Ernährungswende und kulturelle Gewohnheiten, individueller Freiheit und verbindlichen Regeln.
Realistische Zukunftsbilder schließen diese Herausforderungen mit ein. Gleichzeitig zeigen sie: Zukunft ist gestaltbar. Wir können sie gemeinsam aushandeln und formen. Genau das macht den Unterschied zwischen Ohnmacht und Handlungsfähigkeit: das Gefühl, etwas beitragen zu können, verbunden mit einem ehrlichen Blick auf die Herausforderungen.

Wie können wir wieder zueinander finden?

Dafür brauchen wir Räume, in denen unterschiedliche Perspektiven gehört werden und Konflikte ausgetragen werden können, um gemeinsam Teil der Lösung zu werden. Es geht nicht darum, immer einer Meinung zu sein. Es geht darum, sich zuzuhören, wieder miteinander sprechen und gemeinsam handeln zu wollen.

Neugierig geworden?

Dann komm zu unserer Workshop-Prämiere am 11.11.2026, 18:30-21:00. Melde dich hier an: verein@halloklima.at

Weitere Hinweise:

  • German Watch: Zukunft gestalten im Dialog. Link.
  • „Gestalter werden“: Marina Weisband über Selbstwirksamkeit. Link.
  • Julien Gupta (Hrsg.): Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen. Ökom. 2026. Link.
  • Maren Urner: Raus aus der ewigen Dauerkrise. Droemer Verlag. 2021. Link.
  • Rob Hopkins: How to fall in Love with the Future. Chelsea Green Publishing. 2025. Link.
  • Eva Karel: Alles wird gut, Oida. Punktgenau. 2025. Link.

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