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5 Fragen an Barbara Andrä. Klimasensibles Webdesign

Barbara Andrä vor bunter Wand

Wir haben die Hallo Klima!-Webseite überarbeitet und dabei bewusst auf klimasensibles Design geachtet. Auf diesem Weg haben wir viel gelernt – Wissen, das wir gerne weitergeben möchten. Heute stellen wir unserer Webdesignerin Barbara Andrä fünf Fragen zu nachhaltigen und klimasensiblen Gestaltungsmöglichkeiten für Webseiten.

Was bedeutet „klimasensibles Webdesign“ für dich persönlich?

Für mich bedeutet klimasensibles Webdesign, Websites so zu gestalten, dass sie maximalen Nutzen für Menschen bringen, während sie gleichzeitig dem Planeten nicht mehr Energie als nötig entziehen. Es geht also nicht darum, den Treibhausgasausstoß einer Website stur auf null zu bringen (dann dürfte man keine Website online stellen). Es geht eher darum, sich ein Treibhausgasbudget zu überlegen und es dann sinnvoll zu investieren. Das ist auch eine spannende Designchallenge.

Welche Designentscheidungen haben den größten Einfluss auf die CO₂ Bilanz einer Website?

Webdesign ist mehr als nur visuelle Gestaltung, auch infrastrukturelle und technische Entscheidungen gehören dazu. Einer der größten Hebel für die Reduktion von Treibhausgasen ist deshalb die Stromversorgung des Webservers. Green Hosting kann im Vergleich zur Nutzung von grauem Strom ca. 20 % der Emissionen einer Website einsparen (Quelle Sustainable Webdesign). Großes Einsparungspotenzial gibt es aber auch bei aufwendigen Animationen oder großen Mediendateien wie Bildern oder Videos. Außerdem zahlt es sich aus, veralteten Content regelmäßig von der eigenen Website zu entfernen oder zu aktualisieren.

Wie gehst du bei einem neuen Projekt vor, wenn du es besonders nachhaltig gestalten möchtest?

Wenn ich ein neues Webprojekt beginne, denke ich Klimaschutz von Anfang an mit. Das ist nicht so kompliziert, wie es sich viele vorstellen. Ich habe mir einfach angewöhnt, im Laufe des Prozesses immer wieder eine Frage zu stellen: Ist das, was wir hier tun, seinen Treibhausgasausstoß wert? Webdesignprojekte können sehr unterschiedlich sein, es ist nicht immer alles schwarz oder weiß. Diese Frage kann ein guter Kompass durch jedes Projekt sein.

Welche Missverständnisse begegnen dir häufig, wenn es um nachhaltiges Webdesign geht?

Eines der größten Missverständnisse ist sicher der Eindruck, dass klimasensibles Webdesign Verzicht bedeutet. Dabei bedeutet es viel eher Fokus und Klarheit – und das ist meistens genau das, was sich Nutzer*innen wünschen. Eine klimasensibel gestaltete Website ist barrierearm, lädt schnell, wird von Suchmaschinen gefunden und vermittelt eine klare Botschaft. Das ist eher ein Performance-Boost als ein Verzicht.

Welche kleinen Schritte können Organisationen sofort umsetzen, ohne ihr gesamtes Webdesign neu zu denken?

Ich empfehle immer mit der Verwendung eines CO2-Rechners wie websitecarbon.com zu beginnen. Damit kann man grob einschätzen, wie die eigene Website in Sachen Klimaschutz dasteht.
Eine konkrete Maßnahme, die wirklich jeder setzen kann, ist, in Downloadbereichen die Größen der herunterladbaren Dateien anzugeben. Das ermöglicht Nutzer*innen eine informierte Entscheidung darüber zu treffen, ob sie solche Dateien überhaupt herunterladen möchten, und spart im Zweifelsfall Energie. Plus: Barrierefreiheit und Klimaschutz sind im Web Freunde. Was man für die Barrierefreiheit einer Website tun kann, zahlt sich auch für den Klimaschutz aus.

Hinweise

Hier findest du Barbaras Webseite.

Hast du noch andere Anregungen für klimasensible Webseiten? Wir sind gespannt, schreibe uns.

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