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Fasten für das Klima: Klimafasten? Nein! Futtern für das Klima (3/7)

Wir alle wissen es: unsere Ernährung trägt wesentlich zum Klimawandel bei. Und zwar mehr, als viele annehmen würden. In Österreich wird rund ein Fünftel der Treibhausgasse aufgrund unserer Ernährung ausgestoßen, weltweit ist es sogar knapp ein Viertel. Grund dafür sind der hohe Energie- und Ressourcenaufwand konventioneller Landwirtschaft und Tierhaltung.

Wir sind uns sicher, dass du es bereits weißt: bio, regional, saisonal und weniger tierische Produkte sind besser für unsere Gesundheit und das Klima. Es gibt zahlreiche Leitfäden, wenn es um eine klimafreundliche Ernährung geht. Zwei Sammlungen findest du unten in den weiterführenden Links. Wir möchten hier deshalb nicht noch eine Liste erstellen, sondern Zahlen und Fakten mit anschaulichen Vergleichen liefern.

Warum? So merken wir es uns einfach leichter. Und noch besser: Haben diese Vergleiche zusätzlich mit unserem Alltag zu tun fühlen wir uns mit dem Thema verbundener. Es geht dann nicht mehr nur um Fakten, sondern auch um Emotionen. Damit fällt es uns leichter unsere Gewohnheiten zu überdenken und unseren Alltag klimafreundlicher zu gestalten.

Hier also unsere fünf Ernährungs-Facts

Ein*e Durschnittsösterreicher*in isst circa 63 kg Fleisch im Jahr.

  • Ein 200 Gramm Rinder-Steak verursacht circa 5,3 Kilo CO2.
  • Für dieselbe Menge CO2 könnten wir stattdessen 267 Äpfel essen. Also ein gutes dreiviertel Jahr lang jeden Tag einen Apfel. Die nächste Grillsaison kommt bestimmt, behalte die Info im Hinterkopf!

Dass Rindfleisch einen großen CO2-Fußabdruck hat, ist mittlerweile in weiten Kreisen bekannt. Aber, wer denkt im zweiten Schritt an Butter?

  • Für die Produktion von 1 Kilo Butter werden ca. 18 Liter Milch benötigt. Pro Kilo Butter entstehen 24 Kilo CO2. Gründe dafür sind die Methanproduktion der Kühe und deren Futtermittel, die zum Großteil aus Soja aus Übersee bestehen.
Klimafasten 3/7_Bild im Text
  • Denke beim nächsten Einkauf an mögliche Alternativen, nämlich Margarine, Olivenöl oder heimisches Rapsöl.

Lebensmittel im Müll

  • Schätzungsweise landet ein Drittel aller Lebensmittel weltweit im Müll. Wären Lebensmittelabfälle ein Land, dann läge dieses Land mit der Treibhausgasemission auf Platz drei.
  • In Österreich landen pro Jahr und Haushalt Lebensmittel im Wert von 300 bis 400 Euro im Müll. Damit wird das Argument, bio-Produkte seien zu teuer, für viele Menschen müßig…
  • Unsere Tipps für dich: Plane deinen Einkauf, lagere deine Nahrungsmittel sachgerecht und denke daran: es heißt „mindestens haltbar bis…“ und nicht „ganz sicher tödlich ab…“

Idealerweise bio, regional und saisonal. Wenn nicht saisonal dann regional? Oder eben doch nicht?

  • Kein Lebensmittel wächst in Österreich das ganze Jahr über auf dem Feld. Dafür braucht es Gewächshäuser und die brauchen viel Energie. Ebenso benötigt die monatelange Lagerung von regionalem Obst und Gemüse viele Ressourcen.
  • Die Energiebilanz von beispielsweise österreichischen Äpfeln kippt im Laufe des Frühjahrs auch tatsächlich ins Negative. Wer also im Mai oder Juni noch einen knackigen steirischen Apfel haben möchte, dem muss klar sein, dass die CO2-Belastung hier gleich hoch bzw. sogar schlechter ist als die eines chilenischen Apfels. Es gilt also immer saisonal zu denken.

Zum Schluss eine Info für alle, die so gerne Avocados essen wie ich

  • Für eine reife Avocado sind 200-300 Liter Wasser nötig. Das ist so viel Wasser wie in ein durchschnittlich großes Kinderplanschbecken passt. Zudem werden Avocado oft dort angebaut, wo bereits Wasserknappheit herrscht.
Am Ende noch ein Schlussplädoyer

Wir müssen essen, jeden Tag, die meisten von uns mehrfach. Im Durchschnitt drei bis fünf Mal. Das sind entspricht in etwa 164.000 Mahlzeiten in 90 Jahren.

Daher unser Aufruf: Futtere klimaschonend und denke daran, dass wir damit was wir wo, wie und in welchen Mengen einkaufen bewusste Entscheidungen für den Klimaschutz treffen können. Es gibt klimasmarte Alternativen zu bisherigen Gewohnheiten. Probiere Neues und überrasch dich selbst!

Weiterführende Links:

  • Der Fleischatlas, der von Global 2000, der Heinrich Böll Stiftung und von Vier Pfoten herausgegeben wird, erscheint regelmäßig und enthält kurze Essays sowie anschauliche Abbildungen zum Fleischkonsum.
  • Auf Klimatarier kannst du deine Rezepte auf ihren CO2 Ausstoß überprüfen und noch vieles mehr. Zur Überwindung von alten Gewohnheiten gibt es zum Beispiel die Klimatarier Challenge.
  • Hier findest du einen Saisonkalender von Bioaustria. Dieser lässt sich ganz einfach downloaden und kann beispielsweise in der Küche aufgehängt werden.
  • Du schaust gerne Filme? „Kiss the ground“ können wir sehr empfehlen. In dieser Netflix Doku wird anschaulich gezeigt welche Bedeutung der Boden für die Klimakrise hat.

 

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Weiterführende Hinweise: - Eine gute Gelegenheit für das Stellen politischer Forderungen ist übrigens der globale Klimastreik am 19.3.2021: https://fffutu.re/fb-event-1903 - Mehr zum Thema Klimakrise und Resilienz findet ihr hier: https://www.psychologistsforfuture.org/psychologie-der-klimakrise/klimaresilienz/ - Anregungen und Infos zum Thema Klimapsychologie findet ihr auf dieser Plattform für Klimakommunikation: https://www.klimakommunikation.at/category/klimapsychologie/
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